FCH: Ein neuer "Teppich" für die Voith-Arena

Während die Ballkünstler, Abwehrrecken und Goalkeeper des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim ihren Sommerurlaub angetreten ...

Der Rasen ist die Arbeitsfläche des Spielers!

Über die Hälfte der Spiele der Fußball-EM 2016 werden in Stadien mit der Airfibr Hybridrasen Technologie ausgetragen. Nun hat ...

EST im Interview mit dem Leiter Stadionbetrieb Bernhard Nießen & dem Leiter Greenkeeping Georg Vievers

Kuriose Spielverläufe, Duelle um den Auf- und Abstieg bis hin zum ...

FCH: Ein neuer "Teppich" für die Voith-Arena

Während die Ballkünstler, Abwehrrecken und Goalkeeper des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim ihren Sommerurlaub angetreten haben, bekommt die Voith-Arena jetzt einen Hybrid-Rasen.

Viele Bundesligisten wie etwa der FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach, der Hamburger SV, die TSG Hoffenheim, der VfL Wolfsburg und der FC Ingolstadt tun es: Sie setzen beim Untergrund auf einen Hybridrasen. Vorreiter sind hier allerdings Vereine der englischen Premier League.

Nun geht auch der 1. FC Heidenheim diesen neuen Weg – und rüstet sich so für die kommende Zweitligasaison. Nach Auskunft des Vereins wird der FCH dabei als einziger Zweitligist seine Heimspiele 2016/17 auf der „Fibersand Hybridrasen Technologie“ der Firma EuroSportsTurf austragen.

Während vor zwei Jahren nach dem Aufstieg in die 2. Liga ein neuer Rasen in der Voith-Arena verlegt wurde, soll dieses Mal ein neuer gesät werden. Auch wenn der alte Rasen an sich selbst zum Saisonende keinen schlechten Eindruck gemacht hat. Nur zwei Tage nach dem Saisonabschluss mit dem Heimspiel gegen Bochum und dem anschließenden Fanfest wurde im Stadion damit begonnen, die etwa 15 Zentimeter dicke Rasentragschicht abzutragen, erklärt Thomas Buck. Bei einer Fläche von 111 mal 71 Metern werden so knapp 1180 Kubikmeter aus dem Stadion geschafft, rechnet der FCH-Greenkeeper vor.

Bevor die neue Schicht allerdings wieder aufgetragen wird, wird sie mit Fibersand (Kunstfasern) versetzt, um das zukünftige Geläuf stabiler zu machen. „Das erhöht die Qualität der Spielfläche“, erklärt Buck. „Der Boden wird nicht mehr so leicht aufgerissen.“ Der FCH hoffe auf Nachhaltigkeit und investiere daher in diesem Punkt mehr. Ziel ist es, kurzfristige Rasentausch-Aktionen in Zukunft zu vermeiden. Insgesamt sind für das Ab- und Auftragen der Rasentragschicht zwei bis drei Tage veranschlagt. Am kommenden Montag soll, wenn das Wetter mitspielt, der neue Rasen gesät werden, wiederum nach knapp sechs Wochen soll das neue Geläuf bespielbar sein. Ähnlich wird auch der Trainingsplatz (West) erneuert. Der B-Platz (Trainingsplatz Ost) werde dagegen „normal“ saniert.

Seine erste Bewährungsprobe hat der neue Rasen während der U-19-Europameisterschaft, die vom 11. bis 24. Juli in Baden-Württemberg ausgetragen wird. So treffen in der Voith-Arena am 12. Juli Kroatien und die Niederlande aufeinander. Zudem messen sich am 18. Juli England und Kroatien miteinander. Dann wird sich herausstellen, ob der neue „Teppich“ hält, was er verspricht..

(Südwestpresse 17.05.2016)

Der Rasen ist die Arbeitsfläche des Spielers!

Über die Hälfte der Spiele der Fußball-EM 2016 werden in Stadien mit der Airfibr Hybridrasen Technologie ausgetragen. Nun hat sich auch der Arsenal FC für diese Rasentechnologie entschieden. Im Interview sprach Mark Trübenbacher von der EuroSportsTurf GmbH über diese Entscheidung.

Stadionwelt: Aus welchem Grund hat sich der Arsenal FC für einen Hybridrasen entschieden?
Trübenbacher: Um die Entscheidung nachvollziehen zu können, sollten wir einen Blick zurück richten. Verstärkte Rasensysteme gibt es bereits seit Mitte der 1990er Jahre. Für mehr Ebenflächigkeit, Belastbarkeit und Stabilität wurden unterschiedliche Techniken und Herangehensweisen, mal mehr oder weniger erfolgreich, auf den Markt gebracht. Fast alle Technologien konzentrieren sich genau auf diese Eigenschaften. Zweifelsohne haben diese Systeme den Fußball und das moderne Greenkeeping stark nach vorne gebracht. Allerdings kann man sagen, dass der Drang nach Stabilität und Belastbarkeit zwar das Fußballspiel an sich unterstützt, aber nicht zwingend den Spieler selbst in den Fokus rückt. Wir fragen uns, ist Stabilität wirklich die maßgebliche Komponente?
Der Rasen ist die Arbeitsfläche des Spielers! Und wenn wir alles tun, um gesundheitsschonende Arbeitsplätze für uns zu haben, sehen wir uns in der Pflicht, dies auch den Spielern zu ermöglichen. Der Arsenal FC war vor 10 Jahren mit einer der treibenden Kräfte, die erste Generation von Hybridplätzen nach vorne zu bringen, zur Unterstützung des Spiels. Nun gehen sie den nächsten Schritt und sind wieder mit vorne dabei, die Rasenflächen weiter zu entwickeln, dieses Mal für die Spieler! Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren mit den Kollegen von Arsenal zusammen und schätzen deren kontinuierlichen Drang zur Verbesserung sehr.

Stadionwelt: Mit welchen Arten von Hybridrasen arbeiten Sie?
Trübenbacher: Aktuell gibt es am Markt zwei Hybridrasen-Technologien, die das eben Genannte beherzigen. Zum einen FiberElastic, wo neben "steifen" Fasern, auch elastische Fasern in die Rasentragschicht eingemischt werden, um den Kraftabbau zu erhöhen. Die TSG Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach sind in Deutschland die Vorreiter dieses Systems und erzielen damit große Erfolge und eine sehr hohe Spielerzufriedenheit. Zum anderen Airfibr, wo die Stabilität und Widerstandsfähigkeit in der Rasentragschicht mit 150 Milliarden synthetischen Microfasern erreicht wird, und der Kraftabbau und die Elastizität durch einen speziell behandelten natürlichen Kork entsteht, welcher in relativ großem Anteil beigemischt wird. Das Airfibr System wurde in sehr enger Zusammenarbeit mit der Sportmedizin entwickelt, um maximalen Augenmerk auf die Spielerphysis zu legen und hat dadurch als einziges System deutlich nachweisbare Vorteile für die Körperbelastung der Spieler.

Stadionwelt: Welche biochemischen Vorteile bietet Ihre Bauweise?
Trübenbacher: Kork hat von Natur aus die Eigenschaft, Kräfte aufzunehmen und abzubauen, wodurch die Gelenke und Muskeln der Spieler nachhaltig geschont werden. Dank diesen Fähigkeiten von Kork, in Verbindung mit der Stabilität der Microfasern, können wir unseren Beitrag dazu leisten, die Spieler optimal vor Verletzungen zu schützen. Jedoch wirkt Kork nicht in jedem System gleich. So haben Versuche gezeigt, dass Kork oder Gummi-Granulate in Verbindung mit einer gestitchten Hybrid-Technik keinen nachweisbaren Effekt erzielt, ganz im Gegenteil zu der Verwendung in einer hybriden Rasentragschicht wie Airfibr. Vor vielen Jahren, zu Zeiten von Jens Lehmann bereits, hat man beim Arsenal FC aufgrund von Spieler-Beschwerden begonnen, Gummi-Granulate auf gestitchten Plätzen zu verwenden, um den Härtegrad für die Spieler zu mindern. Da der Erfolg nur sehr mäßig war und der Aufwand exorbitant, war man von der ersten Stunde an sehr interessiert an dem hohen Fokus auf Spielerphysis, die das Airfibr System mit sich bringt. Die Spieler des Arsenal FC und Real Madrid spielen und trainieren seit jeher auf erstklassigen Plätzen, wenn sie aber in Zukunft auch noch ihre Muskeln und Gelenke schonen, haben wir ein weiteres Ziel erreicht. Der Verein muss sein größtes Kapital, den Spieler, schonen. Wir dürfen also gespannt sein, wie das Feedback unserer Nationalspieler nach der Europameisterschaft ausfällt. (Stadionwelt, 25.04.2016)

EST im Interview mit dem Leiter Stadionbetrieb Bernhard Nießen & dem Leiter Greenkeeping Georg Vievers

Kuriose Spielverläufe, Duelle um den Auf- und Abstieg bis hin zum Europapokal im BORUSSIA-PARK wurde ein großes Stück Vereinsgeschichte von Borussia Mönchengladbach geschrieben. Seit der Saison 2004/05 bestreitet die Fohlenelf ihre Heimspiele im neuen Stadion. Neben dem Stadion erstreckt sich das gesamte Trainingsgelände samt ausgezeichnetem Nachwuchsleistungszentrum. Bernhard Nießen, als Leiter Stadionbetrieb und Georg Vievers als Leiter Greenkeeping sind maßgeblich für den BORUSSIA -PARK zuständig. EuroSportsTurf hatte die Möglichkeit mit Ihnen über Ihre Arbeit und das spannende Thema Hybridrasen zu sprechen.

EST: Borussia Mönchengladbach steht aktuell auf dem 6.Platz und hat diese Saison auch in der Champions-League spielen dürfen. Die sportliche Zielsetzung für diese Saison ist wieder eine Platzierung der eine Teilnahme für einen internationalen Wettbewerb sichert. Gibt es eine derartige Zielsetzung auch zum Thema Greenkeeping? Bzw. wie sieht eine klassische Saisonvorbereitung bei Ihnen aus?
Vievers: Die sportlichen Ziele sind für das Greenkeeping zunächst unerheblich. Unsere Maßgabe ist es allen Spielern von Borussia Mönchengladbach 365 Tage im Jahr die Besten Bedingungen für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung zu stellen. Natürlich verändern sich der Trainingsrhythmus und die Belastung der Plätze, wenn die Profi Mannschaft in den internationalen Wettbewerben spielt, aber es trainieren und spielen ja auch noch die Fohlen (Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach Anm. d. Red.) hier.

EST: Gibt es für die Trainings- und Spielstätten einen langfristig angelegten Plan?
Nießen: Natürlich haben wir einen Masterplan für den BORUSSIA-PARK! Dieser wird sukzessive umgesetzt und ist aber auch selbst, stetig in der Fortentwicklung. Eine finale Realisierung wird es also nicht geben, aber jede Umsetzung einer Entwicklungsstufe bringt uns qualitativ weiter. Kürzlich haben wir wieder die Zertifizierung der DFL für das Jugendleistungszentrum erhalten, zum Dritten Mal mit der höchsten Auszeichnung. Ein Beurteilungskriterium der Zertifizierung ist der Betrieb und die Infrastruktur, also auch die Spielfelder. Daher ist es auch eine Auszeichnung für den Stadionbetrieb, auf die wir sehr stolz sind und uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

EST: Mit Lucien Favre hatten Sie in der Vergangenheit einen Trainer, der sich durchaus mit den Trainings- und Spielflächen beschäftigt hat. Wie sieht es da bei Andre Schubert aus? Und wie funktioniert die Kommunikation zwischen dem Greenkeeping und dem Sport?
Nießen: Die Greenkeeper stehen im engen Kontakt zu den Trainerteams, da generell alle
Mannschaften für den Zustand der Plätze mit in der Pflicht stehen. Jeder Spieler und Trainer muss verantwortungsbewusst mit seinem Arbeitsplatz umgehen. Dadurch erhält die Kommunikation zwischen allen Beteiligten einen sehr hohen Stellenwert. Das Greenkeeping steht im engen Austausch mit allen Beteiligten und legt täglichen einen Nutzungsplan der Plätze fest, somit können wir gewährleisten, dass bei immer steigenden Nutzungsstunden die Qualität der Plätze hoch bleibt.

EST: Sie haben im BORUSSIA-PARK auch verschiedene Hybridrasen-Technologien im Einsatz. Spielt das hierfür eine Rolle?
Vievers: Sogar eine maßgebliche Rolle! Unser Platz 7 ist beispielsweise ein FiberSand Hybridrasen Trainingsplatz, der am meisten frequentierte im gesamten BORUSSIA-PARK. Unsere Mannschaften trainieren äußerst gern auf diesem Platz. Egal bei welcher Witterung, auch nach starken Niederschlägen, kann ich die Jungs beruhigt auf den Platz lassen und die Spieleigenschaften gehen nicht verloren. Die deutlich erhöhte Belastbarkeit der Hybrid-Flächen, fördert somit auch die Qualität aller anderen Plätze. Diese erhalten dadurch die notwendigen Ruhepausen.

EST: Wenn wir den Blick zurück richten, haben Sie vor ca. 3 Jahren, in 2012 sich bei 1 Trainingsplätzen für die Hybridrasen Technology FIBERELASTIC und zusätzlich für einen FIBERSAND Trainingsplatz entschieden. Können Sie sich noch an den Entscheidungsprozess erinnern? Und was waren die ausschlaggebenden Gründe?
Nießen: Genau genommen haben wir uns in 2012 für 1 œ Plätze mit der Hybrid-Technologie
entschieden und haben 2013 einen weiteren Platz ausgebaut. Ebenso haben wir Nebenflächen mit Hybridflächen ausgebaut und testen diese durch die Jahreszeiten. Wir wollen mit unserem Greenkeeping neue Wege gehen. Da haben uns die Hybridrasen Technologien in den letzten Jahren voll überzeugt. Die erhöhte Stabilität und Belastbarkeit, sowie die konstante Ebenflächigkeit waren dabei wesentliche Faktoren. Wir konnten die Nutzungsstunden auf den Naturrasenplätzen deutlich erhöhen. Allerdings war der Prozess nicht einfach. Wir mussten auch unsere Spieler und Trainer erst überzeugen von der neuen Platzart. Obwohl wir aufklärend von künstlich verstärkten Naturrasenflächen sprachen, hatten die Spieler immer den klassischen Kunstrasen im Kopf. Sie kannten nur die zwei Platzarten, Natur- oder Kunstrasen, den Begriff Hybridrasen gab es damals noch gar nicht.

EST: War der Entschluss der Richtige? Bzw. wie konnten Sie die Spieler überzeugen?
Nießen: Neben den Spielern mussten auch die Greenkeeper umdenken und die Pflege umstellen, da speziell der damalige FiberSand Platz im kleinen Stadion, dem Fohlenplatz oft als zu hart empfunden wurde. Aber wir hatten zu Beginn auch eine große Athletikfläche von über 3.000 m² für das Fitness- und Tortwarttraining aus FiberElastic. Der Vergleich hat uns auch geholfen. Die Fläche war für den Verschleiß gedacht. Die Mannschaften sollten dort alle kraftbetonten Einheiten durchführen. Aber oft schauten wir uns erstaunt an und fragten häufig nach, ob denn tatsächlich dort abends trainiert worden sei, da am Folgetag keinerlei Gebrauchsspuren sichtbar waren. Durch die elastischen Bestandteile von FiberElastic kam diese Fläche bei allen Spielern und Trainern am besten an. Wir glaubten an die Technologie und haben uns daraufhin entschieden im kleinen Stadion ebenfalls FiberElastic einzubauen. Der bestehende FiberSand Platz wurde ausgebaut und auf dem bereits erwähnten Platz 7 im Trainingsgelände wieder eingebaut. Danach hat keiner mehr von einer Kunstrasenfläche gesprochen und auch die Profis immer mehr auf dem FiberElastic Platz trainiert und Testspiele abgehalten. Schlussendlich hat das bei allen schon einige Zeit und Kraft gekostet, aber heute sind Greenkeeper wie Spieler und Trainer, alle überzeugt. Heute werden im kleinen Stadion alle Meisterschaftsspiele der U15 U19 ausgetragen. Die Qualität des Fohlenplatzes haben auch die Profis erkannt und statt Reisestrapazen auf sich zu nehmen, werden nun die Testspiele lieber im heimischen BORUSSIA-PARK auf dem FiberElastic Rasen ausgetragen.

EST: Und wie sehen Sie aus der Sicht des Greenkeepings ihre Hybridrasen Plätze?
Vievers: Ehrlich gesagt, ich kann beruhigter Schlafen! (lacht) Im Ernst, die Hybridrasenflächen bieten mir in der ganzen Nutzung der Flächen deutlich höhere Flexibilität. Beispielsweise hatten wir vor kurzem ein Freundschaftsspiel der Profi Mannschaft gegen FSV Frankfurt. Bei ca. 30 l Niederschlag mussten alle Spiele in der Region abgesagt werden. Wir konnten ohne Qualitätsverlust auf unserem FiberElastic Platz spielen. Das kommt natürlich auch sehr gut bei den Trainern und Spielern an. Natürlich musste ich meine Pflegegewohnheiten und das Erlernte erst umstellen, aber Kollegen von EuroSportsTurf standen uns da jederzeit professionell zur Seite. Ich bin nun seit 11 Jahren im Greenkeeping bei Borussia Mönchengladbach tätig und der Qualitätsanspruch des Sports und das Spiel an sich haben sich stark verändert. Da bin ich sehr froh auf solche Technologien zurückgreifen zu können.

EST: Wollen Sie ein solches System dann auch im Stadion etablieren?
Nießen: Mittelfristig ist es unser Ziel, die FiberElastic Technologie im Stadion und bei den Profi Trainingsplätzen zu installieren. Aber wie schon angedeutet werden wir nach und nach unsere Projekte umsetzen und uns weiterentwickeln.

EST: Das verspricht Spannung! Vielen Dank für den Einblick in ihre Arbeit und den BORUSSIA-PARK und natürlich viel Erfolg beim Erreichen der sportlichen Ziele.
Nießen: Auch ich bedanke mich!
Vievers: Vielen Dank!

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